Psychotherapie

CIMG0210Die Bezeichnung Psychotherapie steht als Oberbegriff für alle Formen psychologischer Verfahren, die ohne Einsatz medikamentöser Mittel auf die Behandlung psychischer und psychosomatischer Krankheiten, Leidenszuständen oder Verhaltensstörungen zielen.

Wörtlich übersetzt bedeutet Psychotherapie „Behandlung der Seele“. Mit psychologischen Methoden – wie psychotherapeutischen Gesprächen, Entspannungstechniken oder kognitiven Methoden – werden Störungen des Denkens, Handelns und Erlebens gesucht und therapiert.

Dazu gehören unter anderen Depressionen, Ängste, Essstörungen, Zwänge oder psychosomatischer Erkrankungen. Die persönliche Bereitschaft, sich einer Psychotherapie zu unterziehen, hat einen großen Einfluss auf den Therapieerfolg.

Wann sollte man einen Therapeuten aufsuchen?

–     wenn man nicht in der Lage ist die Alltagspflichten zu erfüllen

–     wenn man schon selbst versucht hat, sich zu helfen, aber jetzt keinen Rat mehr weiß

–     wenn der Leidensdruck so groß ist, dass man an Selbstmord denkt

–     wenn man mit Suchtmitteln zu kämpfen hat

–     wenn man mehr als 4 Wochen unter Ängsten oder Depressionen leidet

Die verschiedenen Verfahren unterscheiden sich sowohl hinsichtlich ihres Verständnisses der Entstehung von psychischen Krankheiten als auch in ihrem Therapiekonzept und der Haltung des Psychotherapeuten. Die am weitesten verbreiteten Therapieformen sind Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierte- und die analytische Psychotherapie.

Verhaltenstherapie geht davon aus, dass Menschen ihr Verhalten und Erleben durch Erfahrungen im Laufe ihres Lebens erlernen. Eine psychische Krankheit entsteht dann, wenn die erlernten Muster problematisch oder unangemessen sind und bei Patienten Leidensdruck verursachen. Der Psychotherapeut erarbeitet mit dem Patienten neue Verhaltens- und Erlebensmuster, die der Patient mit Hilfe verschiedener Methoden sich eineignet. Ziel ist es hier, die negativen Muster durch positive zu ersetzen.

Die analytische Therapie geht auf Sigmund Freud zurück und basiert auf einer Theorie des normalen und pathologischen Verhaltens. Ziel dieser Therapie ist das Bewusstmachen von verdrängten Gefühlen und Erinnerungen, die eine Entwicklung zu gesunder und selbständiger Person blockieren. Die Ursachen und Probleme liegen danach im Unbewussten und sind in der Vergangenheit des Patienten zu suchen. Der Patient soll im Laufe der Therapie die Konflikte von prägenden Entwicklungsphasen erneut durchleben um sie verarbeiten zu können. Häufig werden hier freie Assoziationen oder die Traumdeutung gebraucht. Der Therapeut verhält sich möglichst neutral, um als Projektionsfläche zu fundieren.

Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapieform hat sich aus der psychoanalytischen Form entwickelt. Das zugrunde liegende Menschenbild sowie das Verständnis der Entstehung psychischer Krankheiten sind ähnlich. Auch diese Therapie geht davon aus, dass dem aktuellen Problem ein innerer Konflikt zugrunde liegt. Allerdings konzentriert sich diese Therapie bei der Behandlung auf die Bearbeitung des so genannten „Zentralen Konflikts“ und sucht auf diesem Wege nach möglichen Ursachen in der Persönlichkeit oder der Vergangenheit des Patienten. Er soll durch Einsichten und Ursachen seiner Probleme Veränderungen in seinem Erleben oder Verhalten anstreben.

Ich benutze selbst die Gesprächstherapie, wo ich je nach Bedarf die anderen Formen mit einbeziehe. Im Zentrum steht nicht nur die Symptomatik oder die Entwicklungsgeschichte des Patienten, sonder der Mensch als Ganzes in seine Lebensumwelt. Hier wird es angenommen, dass jeder Mensch nach Selbstverwirklichung strebt und somit die Motivation und den Antrieb, an seinen Problemen zu arbeiten bereits in sich trägt. Diese Therapie bezeichnet sich durch eine emphatische Haltung gegenüber den Patienten, Echtheit des Therapeuten sowie eine wertungsfreie Akzeptanz des Patienten und seiner Probleme. Der Patient soll lernen sich selbst zu verstehen in dem er besonders auf die Gefühlswelt zurückgreifen kann.