Stoffwechsel der Pflanzen

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Im Stoffwechsel der Pflanzen entstehen aus den anorganischen Grundstoffen Kohlendioxid und Wasser organische Kohlenstoffverbindungen. Diese Umwandlung wird durch die Photosynthese ermöglicht.
In dem ersten Stoffwechsel entstehen Kohlenhydrate, Proteine und Fette, die der Pflanze als Energielieferant, Strukturbausteine oder Speichermöglichkeiten dienen.
Bei dem zweiten Stoffwechsel entstehen Verbindungen wie ätherische Öle, Alkaloide, Bitterstoffe, Flavonoide, Gerbstoffe, Glykoside, Saponine, Schleimstoffe, Phytamine u.a.
Produkte des sekundären Stoffwechsels bestimmen also das charakteristische Wirkungsprofil der Pflanze, während Primärstoffe nur indirekt pharmakologisch wirken.

Kohlenhydrate

Sie sind eine weit verbreitete Stoffwechselgruppe in tierischen, und Pflanzlichen Organismen. Sie werden ausschließlich aus Pflanzen und Mikroorganismen im Verlauf der Photosynthese gebildet. Entsprechend ihres Aufbaus aus einer oder mehreren Zuckereinheiten werden sie in Mono-, Oligo-, und Polysacharide unterteilt.

Fette und Öle

Fette auch Triglyzeride genannt sind Verbindungen aus Glycerin, einem dreiwertigen Alkohol, mit Fettsäuren von unterschiedlicher Kettenlänge. Die beteiligten  Fettsäuren können gesättigt oder durch Doppelbindungen im Molekül ungesättigt sein. Sie sind lebensnotwendige Bestandteile der Bau- und Energiestoffwechsels der Pflanze.

Saponine

Das sind glykosidische Verbindungen mit seifenähnlichen Eigenschaften. Sie bestehen aus Monosachariden als Zuckerbaustein und einem Aglykon dem so genannten Sapogenin. Dazu gehören z.B.: Goldrutenkraut, Ginsengwurzel, Primelwurzel und Blüten, Süßholzwurzel und viele andere Pflanzen.

Alkaloide

Sie sind stickstoffhaltige, meist alkalisch reagierende Verbindungen. Es sind fast 10 000 verschiedene Alkaloide bekannt. Sie weisen im Organismus eine hochgradige biologische Aktivität und zwar meistens auf das zentrale Nervensystem (ZNS).
Dazu gehören u.a. Beinwellwurzel, Bilsenkraut, Chinarinde, Opium, Schlangenwurz, Schöllkraut, Tollkirsche und noch viele andere Pflanzen.

Ätherische Öle

Sie können sich aus über 1000 verschiedenen Bestandteilen zusammensetzen. Sie stellen komplexe Gemische von leicht flüchtigen Stoffen dar, die sich durch einen aromatischen Geruch auszeichnen. Sie sind in Wasser nicht löslich. Ätherische Öle können entweder eingenommen oder äußerlich angewendet werden.

Flavonoide

Flavonoide kommen meist in höheren Pflanzen vor. Bei Bakterien, Algen und Pilzen sowie im gesamten Tierreich sind sie nicht zu finden. Es sind Polyphenolverbindungen, die als gelbe bis rote Farbstoffe in vielen Pflanzen vorkommen. Es gibt fast 2000 von der Art und sind meist glykosidisch mit einem Monosachariden Verbunden. Die Wirkungsweise reicht von antioxidativen Eigenschaften über Hemmung von Enzymen bis einer antibiotischen Wirkung.
Sie befinden sich u.a. in Arnikablüten. Birkenblätter, Holunder-, und Kamillenblüten, Mariendistelfrüchten, Weißdornblätter und anderen Pflanzen.

Gerbstoffe

Das sind wasserlösliche Verbindungen die abdichtend auf Kapillar und Zellmembranen wirken. Diese Konstellation erschwert das Eindringen von Bakterien und stellt einen gewissen Schutz vor chemischen Reizen dar. Nachgewiesen ist dabei auch eine antivirale Wirkung. Wie bei anderen Polyphenolen wirken manche Gerbstoffe antioxidativ.

Glykoside

Sie bestehen aus einem Zuckermolekül und einem Nichtzuckermolekül. Von der therapeutischen Bedeutung sind hier herzwirksame Glykoside, glykosidische Iridoide, Anthracenderivate, Glucosinolate und Saponine. Sie kommen u.a. in folgenden Pflanzen vor: Adoniskraut, Fingerhutblätter, Maiglöckchenkraut, Meerzwiebel, Oleanderblätter u.s.w.

Man kann noch des Weiteren in den Pflanzen die Bitterstoffe, Schleimstoffe, Cumarine, Salicine, Arbutine, Lektine und andere weniger bekannter Stoffe finden.