Blutegel – das lebende Arzneimittel

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CIMG0131Die Blutegeltherapie gehört neben dem Aderlass unter anderen zu den ausleitenden Verfahren. Das bedeutet, dass überall dort wo die „Fülle“ im Körper in Form von Bluthochdruck, Entzündung, Schwellung, venöse Stau vorhanden ist, diese aus dem Körper ausgeleitet werden kann. Auf diese Art findet es eine Druckentlastung und eine Entgiftung statt.
Es gibt ca. 600 Blutegelarten, davon werden ca. 15 in der Heilkunde verwendet. Zwei werden aber tatsächlich als medizinische Blutegel bezeichnet:
Hirudo verbana und Hirudo medicinalis.
Der Speichel des Egels enthält ca. 30 verschiedene Substanzen. Die gerinnungshemmende Proteine Hirudin und Calin sorgen für eine Nachblutung, die einige Stunden andauern kann. Dadurch soll die Wunde „ausgewaschen“ und desinfiziert werden. Außerdem befinden sich im Speichel verschiedene Peptide und Enzyme. Der Blutegel hat jeweils vorne und hinten einen Saugnapf. In dem Kopfteil befinden sich drei Kiefer mit jeweils zwei Zahnleisten. Pro Zahnleiste sind ca. 80 kleine Zähnchen angeordnet.

Einige Anwendungsgebiete für Blutegel:
Adnexitis, Angina pectoris, Arthritis, Arthrose, Bluterguss, Bluthochdruck, Durchblutungsstörungen, Furunkel und Karbunkel, Gallenblasenentzündung, Gicht, Gürtelrose, Hämorrhoiden, Kopfschmerzen, Krampfadern, Mandelabszess, Mittelohrentzündung, Muskelverspannung, Rheuma, Schlaganfall, Sehnenentzündung, Tenniselenbogen, Tinnitus, Ulcus cruris, Unfallverletzungen, Venenentzündung, u.v.m.