Unser tägliches Brot

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Um die Frage zu beantworten, ob wir bestimmte Produkte vertragen oder nicht, müssen wir die Antworten in unserem Körper suchen. Haben wir ausreichend Enzyme die diese Produkte spalten und verarbeiten können?

Aufgrund dieser Überlegungen wurde der Verzehr von Getreideprodukten, speziell Brot, einer kritischen Betrachtung unterzogen. Während Obst und Gemüse nach der Ernte frisch, roh und unverändert genossen werden können, muss Getreide erst verarbeitet, das Brot erst gebacken werden. Wie weit ist unser Körper für den Verzehr solche veränderten Getreideprodukte vorbereitet? Was passiert nach der Aufnahme von so vielen Kohlenhydraten? Dürfen wir nur noch Obst und Gemüse essen? Selbstverständlich nicht, es geht aber um die Menge, die wir jeden Tag konsumieren.

Pflanzliches Eiweiß aus Getreide (Weizen, Roggen, Dinkel usw.) kann bei entsprechender genetischer Disposition zu schwerwiegenden Schäden an der Dünndarm-Schleimhaut führen. Verantwortlich dafür sind spezifische Getreide-Proteine, die zur Gruppe der Lektine gehören, die sich an die Zellen der Schleimhäute haften und diese inaktivieren können. Damit kommt es zu Resorptionsstörungen und entzündlichen Prozessen im Magen-Darm-Trakt. Es besteht auch die Möglichkeit von Antikörperbildungen gegen das fremde Eiweiß, was fast immer eine Entzündung zur Folge hat. Diese Folgen äußern sich für den Betroffenen in Durchfällen, kolikartigen Bauchschmerzen, Blähungen usw. Die Zöliakie bzw. einheimische Sprue ist die bekannteste Form dieser Störung.                                Das ansonsten als gesund eingeschätzte Vollkorngetreide enthält ein hohes Maß an Phytinsäure. Diese bindet im Magen-Darm-Trakt alle wichtigen Spurenelemente und Mineralstoffe irreversibel, so dass diese der Resorption nicht mehr zur Verfügung stehen.

Getreide enthält Omega-6-Fettsäuren und Omega-3-Fettsäuren, allerdings fällt der Omega-6-Fettsäuren-Anteil unproportional hoch aus. Dadurch kommt es zu einer vermehrten Resorption von gesättigten Fettsäuren. Die ungesättigten Fettsäuren sind allerdings notwendig für die Zellmembranbildung, für die Produktion von Prostaglandinen, Leukotrienen usw. Sie sind eingebunden in die Blutdruckregulation, den Cholesterinhaushalt und viele wichtige Funktionen des Organismus. Dazu kommt, das Omega-6-Fettsäuren zu entzündungsfördernden Prostaglandinen verstoffwechselt werden, Omega-3-Fettsäuren dagegen zu entzündungshemmenden Substanzen.          Ein regelmäßiger Konsum von Getreideprodukten bringt uns aber 25 Einheiten Omega-6-Fettsäuren pro 1 Einheit Omega-3-Fettsäuren, während unsere physiologisch-gesunde Konstitution ein Verhältnis von nur 4 zu 1 vorsieht. Diese 25 zu 1 Verschiebung ist aber nicht nur im persönlichen Konsum von Brot und Getreide begründet, sondern andere Lebensmittel, die aus Mastbetrieben stammen, sind intensiv mit Getreideprodukten versorgt worden, so dass es zu dieser Omega-6-Fettsäuren-Schwemme kommt. Dies gilt auch für Fleichprodukte wie Geflügel, Eier, Milchprodukte, Zuchtfisch, Rind- und Schweinefleisch. Das begünstigt vermehrtes Auftreten von Dickdarmkrebs (52.000 neue Fälle pro Jahr) in Deutschland. Aber auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Herz-Rhythmusstörungen, Schmerzzustände, Thrombosen etc. könnten auf dieses Konto gehen.

Können wir was dagegen tun? Beim Fleischkonsum ist es ratsam, auf Biofleisch oder sogar Wild zurückzugreifen und diesen relativ sparsam zu halten. Zuchtfisch ist auch nicht zu empfehlen. Das Gleiche gilt für Milchprodukte und Fettkonsum im Allgemeinen. Beim Kauf von Getreideprodukten sollte man Alternativen mit einbeziehen, wie Soja oder Amaranth. Für die Kohlehydratversorgung bieten sich ebenfalls ausgezeichnete Alternativen an, wie Beeren, Gemüse, Salate, Obst und Früchte, Molke, Pilze und Nüsse (Ausnahme Erdnüsse). Alle diese Nahrungsmittel sind gleichzeitig hervorragende Proteinlieferanten mit einem optimalen Omega-3-Fettsäuren-Gehalt und sehr gutem Mineralstoff- und Spurenelementen-Gehalt.