Nahrungsergänzungsmittel

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Nahrungsmittelergänzung – Verkaufsschlager oder echte Bereicherung für unsere Gesundheit?

Die meisten von uns haben sie schon einmal eingenommen: Nahrungsergänzungsmittel oder Nahrungsmittel-Ergänzung… es gibt viele Namen dafür. Manche bezeichnen sie auch „liebevoll“ als Pillchen & Pülverchen für Ihre Wellness, Gesundheit, Anti-Aging und Wohlbefinden. Andere bezeichnen die Nahrungsmittelergänzung als „lukrative Geschäftsidee“ und „potentiellen Nebenverdienst“. In dem Bewusstsein immerwährende Gesundheit herzustellen betreiben wir Prävention durch die Einnahme hochkonzentrierter Vitamine, Mineralstoffe oder Spurenelemente. Abgeschaut haben wir diesen Trend in der Sportlerwelt. Diese hat uns Fitness und Ausdauer durch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln und Sportlernahrung suggeriert. Und wie immer liegt die Wahrheit zwischen den Extremen der Befürworter und der Ablehnungsfront.

Was zählt eigentlich alles zur Nahrungsmittelergänzung?                                                  Die Nahrungsergänzungsmittel sind Mittel, die bestimmte Wirkungen im Körper entfalten, die aber nicht zu den Arzneimitteln zählen – allerdings aber auch „mehr sind“, als Lebensmittel.

Nach der EU-Richtlinie 2002/46/EG (Nahrungsergänzungsmittel-Verordnung) ist ein Nahrungsergänzungsmittel dadurch gekennzeichnet, dass es:

 

  1. „dazu bestimmt ist, die allgemeine Ernährung zu ergänzen,
  2. ein Konzentrat von Nährstoffen oder sonstigen Stoffen mit ernährungsspezifischer oder physiologischer Wirkung allein oder in Zusammensetzung darstellt und
  3. in dosierter Form, insbesondere in Form von Kapseln, Pastillen, Tabletten, Pillen, Brausetabletten und anderen ähnlichen Darreichungsformen, Pulverbeutel, Flüssigampullen, Flaschen mit Tropfeinsätzen und ähnlichen Darreichungsformen von Flüssigkeiten und Pulvern zur Aufnahme in abgemessenen kleinen Mengen in den Verkehr gebracht wird.“

Eine wichtiger Unterschied zu Arzneimitteln ist u.a., dass Arzneimittel eine heilende Wirkung bei Krankheiten haben – Nahrungsergänzungsmittel jedoch nicht. Deswegen sind die immer wieder gemachten Aussagen bzgl. angeblich „heilender“ Eigenschaften bedenklich. Besonders „Werbebriefe“ aus dem Ausland (wo anderes Recht gilt), preisen bestimmte Substanzen immer wieder gegen alle möglichen Leiden an. Auch in den USA gelten z.B. völlig andere Vorschriften: Was dort z.B. als Nahrungsergänzung vertrieben wird, fällt bei uns unter das Arzneimittelrecht.

Das deutsche Recht ist gut und die Überwachung ebenfalls. Leider fallen viele Ergänzungsmittel unter das Arzneimittelrecht und sind deshalb in best. Dosierungen in Deutschland nicht erhältlich, ob dies evtl. sinnvoll wäre. Zusätzlich sind die Mittel nur in Apotheken erhältlich und dadurch nicht gerade günstig. Andererseits werden bestimmte Medikamente (wie z.B. Cortison) in bestimmten Dosierungen nicht mehr rezeptpflichtig gemacht, während bestimmte Mittel apothekenpflichtig oder rezeptpflichtig gemacht werden.

Fakten zur Nahrungsmittelergänzung

Es stimmt, dass Sportler (vor allem Extremsportler und Leistungsportler) einen erhöhten Stoffwechsel haben und auch über den den Schweiß wertvolle Mineralstoffe schneller ausscheiden, als der Durchschnittsbürger. Ein Ausgleich der fehlenden Mineralien und Vitaminen ist dort unbedingt notwendig und kann meist nicht allein oder auf die Schnelle durch ausgewogene Ernährung kompensiert werden. Aber auch zur Leistungssteigerung werden Ergänzungsmittel eingesetzt.
Generell spricht nichts gegen die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, solange man sich an bestimmte Richtlinien hält. „Viel hilft viel“ ist hier die falsche Devise. Spätestens, seit Untersuchungen aufgetaucht sind und die „Wissenschaft“ bekannt gegeben hat, dass hohe Dosen, über einen längeren Zeitraum eingenommen, dem Organismus schaden können, ist der Otto-Normalverbraucher verunsichert.                 Auch die Unterscheidung zwischen Nahrungsergänzungsmitteln und Doping wird von vielen „Laien“ falsch verstanden. Doping wird allgemein als die Einnahme „leistungssteigernder“ Mittel definiert. Diese Definition ist aber falsch, denn Doping ist letztlich das, was die einzelnen Sportverbände als Doping definieren. Dabei orientieren diese sich im wesentlichen fast alle an der Dopingliste des IOC (Internationales Olympisches Kommitee). Bekannt ist unter anderem allen, dass Anabolika und andere Hormone und „Methoden“ wie das Blutdoping verboten sind. Das bedeutet aber nicht, dass anabole Steroide generell verboten sind – schließlich sind dies wichtige Medikamente für bestimmte Patienten. Im Sport werden diese Medikamente allerdings zur Leistungssteigerung „missbraucht“.

Vorteile der Nahrungsergänzungsmittel

Vitamin C ist ein gutes Beispiel. Es gilt als das ultimative Vitamin, welches fast ausnahmslos einsetzbar ist: ob zur Grippeprophylaxe oder um den Stoffwechsel bei einer Diät zum Abnehmen anzukurbeln. Dabei ranken sich zum Beispiel auch um dieses Vitamin Mythen und Unwahrheiten, die sich hartnäckig bis heute halten, wie zum Beispiel, dass bei längerfristiger Überdosierung von Vitamin C es zur Bildung von Nierensteinen komme. Dieser „Mythos“ beruht allerdings zum Beispiel auf einer fehlerhaften Studie aus dem Jahr 1981. Die Oxalsäure die sich angeblich zu Steinen in den Nieren forme, entstand nämlich tatsächlich erst im Labor, nach der Ausscheidung des Urins. Bei sorgsamer Dosierung jedoch kann das wertvolle Vitamin C durchaus zur Stärkung des Immunsystems beitragen.

Defizite im Bereich der Vitalstoffe sind bei einseitiger und „mangelhafter“ Ernährung eher die Regel, als die Ausnahme. Häufiger anzutreffen ist zum Beispiel bei Frauen eine Unterversorgung an Eisen. Frauen haben grundsätzlich einen höheren Eisenbedarf als Männer und bei fleischloser Ernährung (Fleisch ist Hauptlieferant an Eisen), kann dies seine Auswirkungen zeigen; Eisenpräparate können als Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein. Auch Schwangeren und älteren Menschen mit erhöhtem Nährstoffbedarf kann man sorgfältig ausgewählte und richtig dosierte Nahrungsergänzungsmittel durchaus empfehlen.

Zusätzlich gibt es zahlreiche Pflanzen und Substanzen die die Gesundheit insgesamt positiv beeinflussen wie zum Beispiel:

 

  • Amaranth
  • Bienenpollen
  • Blütenpollen
  • Camu Camu
  • Colostrum
  • Gerstengrassaft
  • Hafertee
  • Hanföl
  • Kombucha
  • die Nonifrucht oder
  • Weizenkleie

Darüberhinaus gibt es auch Präparate, Pflanzen und Wirkstoffe, denen auch therapeutische Wirkungen zugeschrieben werden, wie:

 

  • Aronia und Apfelbeere
  • Chondrotin
  • Glucosamin
  • MSM
  • S-Adenosylmiothonin
  • Heilpilze
  • Bakterienpräparate, sog. Probiotika
  • Löwenzahnsaft ……

und dann natürlich Präparate, die als Medikamente „frei“ (also ohne Rezept) verkauft werden, wie:

 

  • Wobenzym
  • Ohlogenzym
  • Regazell Energen oder
  • Schindeles Mineralien

und viele andere mehr.

Fazit: Wichtig ist auch bei Erwerb von Nahrungsergänzungsmitteln darauf zu achten, ob sie den geltenden Bestimmungen (Nahrungsmittelergänzungs-Verordnung) entsprechen. Keine Auslandsprodukte ungeprüft einnehmen! Sie unterliegen möglicherweise keinen festen Bestimmungen und können gegebenenfalls sehr hoch dosiert sein oder bedenkliche Inhaltsstoffe beinhalten. Bei gesundheitlichen Bedenken oder befürchteten Nährstoffmangel empfiehlt es sich immer noch, zuerst ein Gespräch mit einem Therapeuten zu führen, der sich auf diesem Gebiet auskennt. Durch eine Blutuntersuchung lassen sich eventuelle Mängel oder Abweichungen feststellen und der weitere Behandlungsweg kann festgelegt werden.