Cholesterin – keine Panik

Ich habe mich schon lange gefragt, ob ich mich ernsthafte Gedanken über meinen Cholesterinspiegel machen soll. Erst nach längeren Recherchen konnte ich mir ein Bild davon machen. Viele Menschen denken, dass das Cholesterin ein entscheidender Faktor bei den Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist.

Am Anfang möchte ich Ihnen erklären was überhaupt Cholesterin ist. Das ist ein fettähnlicher Stoff, der hauptsächlich in Leber gebildet wird. Es wird dringend benötigt um Nervenfasern, Hormone, Zellen und Gallensäure zu bilden. Auch in Serotonin-Stoffwechsel und Aufbau von Vitamin D ist es unentbehrlich. Also, wie man sieht, sehr wichtig für unseren Körper und dessen Funktion. Cholesterin zählt zu den Lipiden also s.g. Fetten. Das meiste Cholesterin befindet sich in den Zellen und nur ein Teil zirkuliert im Blut. Dort wird es an wasserlösliche Lipoproteine gebunden, da als Fett ist es selbst gar nicht löslich. Cholesterin wird grob unterschieden in HDL (High Density Lipoprotein) und LDL ( Low Density L.). Die letzten transportieren das Cholesterin zu den Geweben, dagegen HDL nimmt überschüssiges Cholesterin auf und transportiert zurück zu Leber. Die Laborwerte geben uns eine Auskunft über den Cholesterinwert und hier fängt die Odyssee an. Meistens ist die Obergrenze auf 200 mg/dl gesetzt wobei manche sogar bei 300 noch keinen Handlungsbedarf sehen. Dagegen die erniedrigten Werte werden manchmal als erhöhtes Krebsrisiko bezeichnet. Solche Werte kann man z.B. bei Überfunktion der Schilddrüse oder Leberschäden beobachten. Wie passt das zusammen?
Laut einer aktuellen Studie aus Japan (12 000 Patienten), können zu niedrige Cholesterinwerte die Sterblichkeit durch Herzleiden, Schlaganfall oder Krebs deutlich erhöhen. Überraschend dagegen – die erhöhten Werte tun dies nicht. Dies ist nicht die einzige Studie die das belegt.

An sich sind überhöhte Cholesterinwerte nicht schädlich, aber wegen möglicher Folgen, wie Arterienverkalkung doch gefürchtet. Dabei ist man sich in den Forscherkreisen nicht einig, ob erhöhte Werte die Ursache, eine Begleiterscheinung oder Folge von Herz-Kreislauf Erkrankungen sind.

Wie schon erwähnt, wird Cholesterin zum größten Teil vom Körper selbst hergestellt, aber auch über tierische Nahrung aufgenommen. Eine von den wichtigsten Funktionen ist der Aufbau und Stabilisierung der Zellmembrannen. Der Cholesterinspiegel im Blut hängt bis zu 10-15% von der Ernährung ab. Wird viel Cholesterin in der Nahrung aufgenommen, so senkt die Leber die eigene Produktion. Die US Forscher konnten zeigen, dass hohe LDL Werte mit einem erhöhten Muskelzuwachs einhergehen. Wenn also Muskelzunahme mit hohen Mengen an LDL einhergeht, müsse eigentlich diese Form von Cholesterin eine wichtige Rolle im Stoffwechsel spielen. Dabei kann es gut möglich sein, dass Menschen im höheren Alter, die an langsamen Muskelschwund leiden mit der Ausschüttung von LDL von dem Körper zu Muskelaufbau animiert werden. Die Störungen des Stoffwechsels, Lebererkrankungen oder Nierenkrankheiten können den Cholesterinspiegel erhöhen, selbst wenn man auf gesunde und fettarme Ernährung achtet. Ein möglicher Herzinfarkt oder Schlaganfall ist deswegen immer in Zusammenhang mit anderen Faktoren zu sehen. Auch Dauerstress beeinflusst die Selbstregulation des Körpers. Mögliche Ursachen: Arbeits-, Familienstress, Übergewicht, Bewegungsmangel, Nikotin, Alkohol…                       Cholesterin ist nicht wasserlöslich und benötigt deswegen Transportmittel für die Aufnahme ins Blut. Die Lipoproteine sind aus Lipiden und Eiweiß zusammen gesetzt und dienen dem Cholesterol als Transportmittel im Körper. Sie können sich aber an den Wänden der Blutgefäße ablagern und Arteriosklerose verursachen. Es wird als Erkrankung der Arterien bezeichnet, bei der Blutfette, Bindegewebe und Kalk an den Gefäßwänden abgelagert werden. So sagen zumindest die Mediziner.                              Immer mehr Wissenschaftler ist jedoch der Einsicht, dass nicht Cholesterin selbst die Ursache für den Schlaganfall oder Herzinfarkt ist. Solche Faktoren wie Rauchen, Lipoproteine und Homocystein haben viel höheren Anteil an den Erkrankungen. Im Detail: Lipopretein a ist ein Bestandteil des Blutfettes und bei zu hohen Werten gerinnt das Blut schneller was zu Ablagerungen führen kann. Der Level ist genetisch bedingt und kaum durch Ernährung beeinflussbar.                                                                                          Homocystein als Aminosäure fällt im menschlichen Körper beim Abbau schwefelhaltiger Aminosäuren an, die etwa durch fleischhaltiges Essen, Alkohol und Rauchenin den Organismus gelangen. Auch Übergewicht und Bewegungsmangel erhöhen die Werte. Homocystein wird im Normalfall in Leber entgiftet, wenn bestimmte B Vitamine und Folsäure vorhanden sind. Sie schädigt die Gefäßwände und spielt nicht geringe Rolle bei den Depressionen. Oxycholesterin entsteht immer dann, wenn die Fettsäuren bei der Verarbeitung oder Lagerung mit Sauerstoff  in Berührung kommen. Dies kommt vor in industriell verarbeiteten Nahrungsmittel wie Sprühfette, Ei- und Milchpulverprodukte, Pommes, Nudeln, Mayonnaise, Eiscreme, Mikrowellenzubereitungen, Fertigsoßen und Suppen, Pudding und Gebäck. Sauerstoffradikale die die Bildung von Oxycholesterin mit verursachen, können durch Antioxydantien neutralisiert werden. Genauso verhalten sich die ungesätigten Fettsäuren.                                                                                                 Bei den letztens veröffentlichten Studien hat sich gezeigt, dass sogar Werte die über 240 mg/dl lagen, kein höheres Risiko für die vermeintliche Arteriosklerose verantwortlich sind.

Es gibt aber beunruhigende Berichte wo die Cholesterinsenker, also „Statine“, erheblichen gesundheitlichen Schäden eingerichtet haben bis hin zu Selbstmord. Tatsächlich konnte niedriger Spiegel mit Depressionen in Verbindung gebracht werden. Zu den bekannten Nebenwirkungen von Statinen gehören außerdem Schlafstörungen, Gedächtnisstörungen, Alpträume oder sogar Erhöhung der Gewaltbereitschaft.                                           Wissenschaftler warnen also vor Panikmache wegen dem erhöhten Cholesterinspiegel. Erst nach den ausführlichen Untersuchungen und unter Berücksichtigung anderer Werte kann man genauer Schlüssel ziehen. In Anbetracht der Tatsache, dass Patienten dazu angehalten werden, Cholesterinsenker lebenslang anzunehmen, ist hier besondere Vorsicht geboten. Da sogar Schäden an den Arterien zu den Nebenwirkungen von Statinen gehören, fragt man sich, was für Aufgabe sollen eigentlich diese Medikamente haben. Die Verkalkung der Koronararterien war bei den Patienten, die ihre Statine regelmäßig einnahmen deutlich fortgeschrittener als bei den Patienten, die die Statine nur gelegentlich einnahmen. Die Datenbank der Forscher umfasst inzwischen über 300 Nebenwirkungen.  Nur in seltenen Fällen ist die Einnahmen von Statinen tatsächlich ratsam.

Cholesterinspiegel senken aber auf natürliche Weise

Der extrem hohe Anteil an tierischen Fetten die wir täglich konsumieren, sollte auf jedem Fall zugunsten der pflanzlichen Fette reduziert werden. Ballaststoffe in Form von Vollkornprodukten, Obst und Gemüse sorgen für ein gesundes Gleichgewicht. Apfelpektin, Guarkenmehl oder Haferkleie sind sehr wirkungsvolle Nahrungsergänzungsmitte. Da Insulin die körpereigene Cholesterinproduktion aktiviert, ist es ratsam den Zuckerkonsum deutlich einzuschränken. Außerdem wirken die gesunden Lebensmittel als Antioxidantien. Sie schützen das LDL vor dem Eingriff von Sauerstoffradikalen. Das nächste Beispiel, um den Cholesterinspiegel auf natürliche Weise zu senken sind unbehandelte Pflanzenöle wie Oliven-, Weizenkeim- oder Leinöl. Die Phytosterine in den Ölen verhindern die Aufnahme des Cholesterins aus der Nahrung ins Blut. Zu den ebenso cholesterinsenkenden Nahrungsmittel gehören Sojabohnen, Tomaten, grünes Obst und Gemüse sowie Hülsenfrüchte. Auch Zwiebelgewächse wie Zwiebel und Knoblauch aber auch Flohsamenschalen tun hier gute Dienste. Wer unbedingt was schlucken möchte, soll auf Nicotinsäureamid zurückgreifen. Bestandteil des Präparats ist Niacin was eine gute Gesamtveränderung im Fettstoffwechsel verursacht.

Fazit:

Achten Sie selbst auf die Cholesterinwerte aber machen Sie sich nicht deswegen verrückt. 180 mg/dl + Alter sind unter Umständen völlig in Ordnung. Zu niedriger Cholesterinspiegel kann aber zu ernsthaften Schäden führen. Diese Fette sind unentbehrlich für Zellmembranen, Fetteiweißstoffe, einige Hormone und Vitamin D. Cholesterin ist eindeutig nicht der Hauptrisikofaktor für Arteriosklerose. Es gibt viel bedeutender Risikofaktoren wie Lipoprotein a, Homocystein oder Oxycholesterin. Benutzen Sie natürliche Lebensmittel um  LDL und HDL in gute Balance zu halten. Bleiben Sie auf der Hut, wenn es um Cholesterinsenker geht. Manchmal verursachen sie mehr Schaden als Nutzen.             Also bleiben Sie gesund.